Vom Ausgangshafen kann man es für den 1. Tag ruhig angehen lassen. Wer sich erst wieder an das Bordleben gewöhnen möchte, hat im Revier Rostock mehrere Möglichkeiten. Die Fahrt flussabwärts sollte man nutzen, um sich weiter mit dem Schiff vertraut zu machen. Ab Höhe Fähranleger Gehlsdorf-Kabutzenhof sollte man den roten Tonnenstrich nicht mehr übersegeln, dort ist es schon wenige Meter neben dem Fahrwasser sehr flach, alle Grundstücke haben dort bereits einen Namen, es lohnt sich wirklich nicht.
Ist man am Seehafen vorbei, kommt die erste Herausforderung. Große Frage: Warnowwerft-Fahrwasser (wird manchmal auch von den großen Dänemark-Fähren genutzt) oder über die Wendeplatte ? Auf keinen Fall sollte man die Untiefe zwischen beiden Fahrwassern nutzen, das wurde auch schon oft erfolglos versucht. Nimmt man den Weg über die Wendeplatte, kann man am nordöstlichen Ende des Breitlings oft einige Segelmasten erkennen ("Schnatermann"). Möchte man dorthin, segelt man einfach bis zum Windrad in Höhe des Ölhafens und biegt dort in das Schnatermann-Fahrwasser ein. Neben dem Fahrwasser und teilweise direkt auf dem grünen Tonnenstrich wird es extrem flach, immer schön freihalten. Am Ende des Fahrwassers befindet sich der kleine Hafen „Schnatermann“. Nicht gleich Steuerbord halten, von der grünen Tonne bis zum Molenkopf ist es flach. Es gibt dort eine Gaststätte und Toiletten, die die Segler benutzen können. Falls Frühaufsteher zur Crew gehören und man hat sie vorher nicht ordentlich ermahnt, werden diese die Morgenstunden dort sehr genießen. Bei starkem West-Südwestwind steht leider ordentlich Schwell ins Hafenbecken.
Wollte man sowieso gleich nach Warnemünde, findet man im „Alten Strom" höchstens außerhalb der Hauptsaison einen Liegeplatz, leider meistens im Päckchen, dafür aber direkt vor den Gaststätten. Frühmorgens legen die Fischer- und Angelboote ab, und dann wird es unruhig. Ab 10:00 Uhr ist es höchste Zeit abzulegen, ab dann fahren die Ausflugsdampfer. Sollte jetzt zufällig auch die „MS Baltica“ ablegen, kann man gleich mal das Anlegen der Schwimmwesten und Lifebelts üben, das gehört ja sowieso zur Aufgabe des Schiffsführer. Im Hafen „Hohe Düne“ ist übrigens immer Platz, Gaststätten gibt es auch dort, und es gibt gute Verbindungen nach Warnemünde, entweder per Bootsshuttle oder mit der Fähre.
Gleich hinter der Mole kann man Kurs in Richtung „Reede“ setzen, oder man hält sich bei entsprechender Wassertiefe entlang der Küste in Richtung West. In Höhe Stoltera muss man sich gut von der Küste freihalten, bis zum Ostseebad Nienhagen liegen zahlreiche große Steine im Uferbereich. Die Tour bis Kühlungsborn (12 sm) kann je nach Wind 2 – 5 Stunden dauern.
Kühlungsborn selbst (hier wurde der Strandkorb erfunden) ist ein Urlaubsort mit allen Vor- und Nachteilen. Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten gibt es direkt am Hafen und natürlich auch im Ort (10 min Fussweg). Wer gerne Fisch isst, sollte unbedingt zur Gaststätte „Fischer Klatt“ gehen (ca 25 min. bis Mollistation „Kühlungsborn Mitte“). „Scholle satt“ ist unbedingt zu empfehlen und auch noch preiswert. Bei gutem Wetter lohnt sich ein Außenplatz der Gaststätten, der Blick auf See und den Hafen ist schon etwas Besonderes. Und falls man bis zum Sonnenuntergang durchhalten kann, wird es so richtig schön "Postkarten like". Frühstück kann man an Bord oder auch sehr gut in der Bäckerei auf der Promenade genießen. Auf der Rückseite der Promenade befindet sich ein Kioskladen, hier kann man ebenfalls frühstücken oder vergessene Dinge für den Bordgebrauch kaufen. Falls es die Zeit erlaubt, sollte man unbedingt eine Fahrt mit der Schmalspurbahn „Molli“ einplanen ! Die Fahrt geht in Richtung Bad Doberan (Besuch des Münster) oder nur bis Heiligendamm. In Heiligendamm kann man sofort in den Gegenzug nach Kühlungsborn steigen, die Züge warten hier aufeinander, da die Strecke nur eingleisig ist. Heiligendamm ist das älteste Ostseebad an der deutschen Ostseeküste, hat eine interessante Architektur und ist bekannt durch den G8-Gipfel. Steht einem der Sinn nicht nach Bahnfahrt, kann man den Strand geniessen.. Östlich des Hafens ist FKK-Gebiet, das lange nicht so überlaufen wie die westliche Seite.
Ab Kühlungsborn geht es jetzt entweder in Richtung Dänemark, was bei stärkerem Westwind zu empfehlen ist, oder weiter in Richtung West. In Dänemark liegen Nysted oder Gedser, weiter westlich locken Rerik, Timmendorf/Insel Poel und die Marina Boltenhagen.